Genervt

Genervt
Von Zeit zu Zeit die Welt beobachten. Und mich. Wen auch sonst? Es ist ja niemand anderes da.

Ich bin genervt. Ungeduldig. Judgy. Sehr schlimm judgy.

Mir reichts mit der Pandemie. Und erst recht mit Leuten, die immer noch nicht begriffen haben, dass das alles nicht so schnell wieder vorbei ist und die meinen, dass sie - ach egal.

Es ist kalt, windig und grau. Und nun hat auch noch der nette Tabakmann von nebenan seinen Laden an neue Inhaber*innen übergeben. Die haben die Regale anders hingestellt. Und das mit der Paketannahme dauert jetzt ewig. Ich meine: was soll das? Reicht es nicht, dass schon das Dschungelcamp quasi ausgefallen ist?!

(Okay, die Chips- und Alkoholauswahl ist neuerdings viel besser, es gibt sogar Brötchen, aber ich sehe es trotzdem nicht ein!!!!)

Ja, ich bin genervt. Und ich weiß, dass ich absolut kein Recht dazu habe. Schließlich hab ich ein festes Einkommen und ebensolches WLAN, wirklich genug zu tun und nicht ein einziges anstrengendes Lebewesen in meiner Wohnung.
Außer halt mich selbst.

Ich bin genervt. UND ungeduldig. UND sehr schlimm judgy. UND mit meiner Arbeit chronisch hinterher. UND die Badewanne ist dreckig. UND die Weihnachtspost bis heute nicht beantwortet. UND ich vermisse Menschen. UND mir gehen Menschen auf die Nerven. UND mein Weinverbrauch ist zu hoch. UND Horst Seehofer immer noch im Amt.

UND der Bibelvers für diese Woche heißt: Heute, wenn ihr Gottes Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebräer 3,15)

 

Wochenaufgabe also für mich (und wer weiß, vielleicht auch für dich?):

Die Augen zumachen.

Auf Gottes Stimme hören.

Sie spricht auch zu den ungeduldigen, genervten, judgy Sünder*innen.

Ganz bestimmt.

 

weitere Blogs

Die Situation für queere Menschen hat sich weltweit verschlimmert. Auch in Europa haben wir es mit einer strukturellen und zunehmenden Queerfeindlichkeit zu tun. Die Kirchen dürfen hier nicht schweigen, fordert Christian Höller.
In Düsseldorf machte sich ein Heliumballon am Heiligen Abend selbstständig – und hängt bis heute 40 Meter über dem Altar …
Kirchenansicht bei Nacht in der Wiener Votivkirche
Ein berührender und atmosphärisch beeindruckender queerer Kreuzweg mit persönlichen Geschichten, Musik, Tanz und Gebet fand in der Wiener Votivkirche statt. Ein Bericht von Katharina Payk.