Genf (epd). Das Rote Kreuz warnt vor Rückschritten bei der Ächtung von Antipersonenminen. Die jüngsten Ankündigungen mehrerer nord- und mitteleuropäischer Staaten, aus dem Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen auszutreten, stellten einen gefährlichen Rückschlag für den Schutz der Zivilbevölkerung dar, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Freitag in Genf.
Diese Entscheidungen fielen in eine Zeit zunehmender internationaler Spannungen und Konflikte, bei denen Zehntausende Menschen gestorben seien, heißt es in der Erklärung, die von den Rotkreuz-Gesellschaften in Dänemark, Estland, Finnland, Norwegen, Lettland, Litauen und Schweden mitgetragen wurde.
Mitte März hatten die Regierungen von Estland, Litauen, Lettland und Polen erklärt, aus dem internationalen Abkommen von Ottawa zum Verbot von Landminen austreten zu wollen. Begründet wurde der Schritt mit dem Schutz vor einem möglichen Angriff aus Russland oder Belarus.
Das Rote Kreuz warnte in der Erklärung auch vor den Gefahren von Minen für die Zivilbevölkerung. Mehr als 80 Prozent der Minenopfer seien Zivilisten, hieß es. Die Waffen könnten sowohl Soldaten als auch Kinder verletzen und töten. Die Wirkung der Minen halte noch lange nach Beendigung eines Konflikts an. Menschen seien noch jahrelang dem Risiko ausgesetzt, getötet und verstümmelt zu werden.
Die Erklärung des IKRK und der nationalen Rotkreuz-Gesellschaften wurde zum Internationalen Tag der Minenaufklärung veröffentlicht. Der 4. April wurde 2005 von den UN ausgerufen, um auf die Gefahren der Waffen aufmerksam zu machen.