Erfurt (epd). Die Opferschutzorganisation Ezra hat 2024 in Thüringen 108 Angriffe mit ausdrücklich rassistischer Motivation gezählt. In 47 weiteren Fällen seien Übergriffe auf politische Verantwortungsträger und Gegner registriert worden, heißt es in dem am Donnerstag in Erfurt veröffentlichten Jahresbericht der Beratungsstelle. Insgesamt gab es den Angaben zufolge 206 rechtsextremistische Straftaten in dem Bundesland.
Bei mehr als der Hälfte der Straftaten (117) handelte es sich demnach um Körperverletzungen. Ezra geht von einer hohen Dunkelziffer an rechtsextremistischen Übergriffen aus. Projektleiter Franz Zobel erklärte, die Zahl der registrierten Straftaten stelle einen Höchststand seit der Einführung der Statistik im Jahr 2011 dar.
Ezra ist die mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen. Seit 2012 befindet sie sich in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.