Appelle zum Erhalt des Deutschlandtickets

Appelle zum Erhalt des Deutschlandtickets
Wissing: Ticket ist größter Modernisierungsschub
Während Union und SPD über eine künftige Koalition verhandeln, mehren sich die Forderungen nach einem Erhalt des Deutschlandtickets. Der Abbruch der Reform wäre "Rückschrittspolitik", warnt der scheidende Minister Volker Wissing.

Berlin (epd). Der scheidende Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) werben für den langfristigen Fortbestand des Deutschlandtickets. Eine solch große Reform auf der Strecke wieder abzubrechen, wäre „Rückschrittspolitik“, sagte Wissing dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND, Samstag). „Vor dem Zorn von fast 14 Millionen Nutzerinnen und Nutzern kann ich nur warnen.“ VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff bezeichnete das Deutschlandticket in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online, Sonntag) als „Erfolgsgeschichte“.

Das Deutschlandticket ist laut Wissing für den ÖPNV in Deutschland eine Riesenchance. „Es ist der größte Modernisierungsschub der letzten Jahrzehnte und eine Digitalisierungsoffensive“, betonte der frühere FDP-Politiker. Das Ticket sei attraktiv, weil es dazu einlade, den ÖPNV stärker zu nutzen als bisher. Millionen Haushalte würden finanziell enorm entlastet. Das gelte besonders im ländlichen Raum, sagte Wissing dem RND. Allerdings müssten nun weitere Schritte folgen, zum Beispiel die digitale Erfassung der Fahrleistung, um die erzielten Einnahmen anschließend gerecht auf die Verkehrsträger zu verteilen. Auch das Angebot müsse weiter ausgebaut werden.

VDV-Hauptgeschäftsführer Wolff sagte, das Deutschlandticket habe den Zugang zum ÖPNV für Bürgerinnen und Bürger vereinfacht. „Doch seit seiner Einführung ist seine Zukunft unklar“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Branche und Fahrgäste brauchen endlich eine verbindliche mehrjährige Finanzierungszusage, damit das Potenzial des Tickets voll ausgeschöpft werden kann.“ Das Geld dafür müsse aus dem regulären Haushalt kommen. Außerdem seien „massive Investitionen in unsere Infrastrukturen“ nötig. „Wir brauchen einen Bundessanierungsplan für Schienen, Straßen, Tunnel und Bahnhöfe, damit Bahn-, Bus- und Bauwirtschaft die notwendige langfristige Sicherheit und Planbarkeit haben“, betonte Wolff.

Im Sondierungspapier von Union und SPD war zu dem Ticket lediglich festgehalten worden, dass man über seinen Fortbestand beraten wolle. Vor allem aus Bayern hatte es zuvor Kritik gegeben.