Studie: Erziehungszeiten bringen westdeutschen Frauen kaum mehr Rente

Studie: Erziehungszeiten bringen westdeutschen Frauen kaum mehr Rente

Berlin (epd). Frauen profitieren bei ihrer Rente einer Studie zufolge kaum von Kindererziehungszeiten. Die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern im Alter von 60 Jahren in Westdeutschland, der Gender Pension Gap, betrage mit Erziehungszeiten 37 Prozent und 41 Prozent ohne, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mit. Das DIW, die Hertie School Berlin, das Einstein Center Population Diversity und das Forschungsdatenzentrum der Deutschen Rentenversicherung hatten die Studie erstellt.

„Kindererziehungszeiten werden nur in den drei Jahren unmittelbar nach der Geburt des Kindes gewährt“ erklärte das DIW. Die Erwerbskarrieren westdeutscher Frauen würden aber über diesen Zeitraum hinaus beeinträchtigt, da die meisten Mütter nicht in eine Vollzeitbeschäftigung zurückkehrten. Erziehungszeiten erfüllten ihren Zweck daher nur, wenn Mütter danach nur in eine Vollzeit- oder vollzeitnahe Beschäftigung zurückkehrten.

In Ostdeutschland sei der Gender Pension Gap mit 10 Prozent deutlich geringer, hieß es weiter. Berücksichtige man Erziehungszeiten für zwei Kinder, verschwinde die Rentenlücke dort fast vollständig. Allerdings sei davon auszugehen, dass sich die Schere in Zukunft öffnen werde, da der Anteil teilzeitbeschäftigter Frauen im Osten sich dem im Westen annähere.

Die Autorinnen und Autoren der Studie empfahlen, eine flexible Kinderbetreuungsinfrastruktur aufzubauen und die gleichberechtigte Aufteilung von Sorgearbeit zwischen Eltern zu fördern. Zudem müssten das Ehegattensplitting und Minijobs reformiert werden, um über das Steuersystem Arbeitsanreize zu erhöhen.