Straßburg, Brüssel (epd). Das Europäische Parlament hat im Eilverfahren der Verschiebung des EU-Lieferkettengesetzes zugestimmt. 531 Abgeordnete stimmten dafür, 69 dagegen und 17 enthielten sich, wie das EU-Parlament am Donnerstag nach der Abstimmung in Straßburg mitteilte. Ursprünglich sollte das Gesetz im Juli 2027 in Kraft treten, nun wird die Umsetzung um ein Jahr auf Juli 2028 verschoben. Auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) wird verzögert.
Das europäische Lieferkettengesetz wurde erst im vergangenen Jahr beschlossen. Es soll Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten für Menschenrechtsverletzungen und Umweltverstöße in ihren Lieferketten zur Verantwortung ziehen. Ende Februar hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, den Start um ein Jahr zu verschieben. Am 1. April beschloss das EU-Parlament, im Schnellverfahren darüber abzustimmen.
Der Aufschub ist eine Reaktion auf starken Druck aus der Wirtschaft. Die Vorschriften sollen auch vereinfacht werden, um Unternehmen von Bürokratie zu entlasten. Die genauen Änderungen müssen jedoch noch verhandelt werden. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Verzögerung und befürchten, dass die Vorschriften verwässert werden könnten.
Nachdem das Parlament grünes Licht gegeben hat, ist nur noch eine formelle Bestätigung durch den Rat nötig, um die Verzögerung in Kraft zu setzen.