Wiesbaden (epd). Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben. Bundesweit wurden rund 106.000 Abtreibungen vorgenommen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das seien 0,2 Prozent mehr als 2023.
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche lag den Angaben nach weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2020, als die Zahl der gemeldeten Fälle zwischen rund 99.000 und 101.000 gelegen hatte. Die Ursachen für die Entwicklung sind laut Bundesamt anhand der Daten nicht zu erkennen. Insbesondere lägen keine Erkenntnisse über die persönlichen Entscheidungsgründe für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung vor.
Derzeit sind Abtreibungen in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig, innerhalb einer bestimmten Frist und nach einer Beratung aber straffrei. Über eine von zahlreichen Abgeordneten geforderte Liberalisierung des Abtreibungsrechts, wonach Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche nicht mehr im Strafrechtsparagrafen 218 geregelt werden sollen, hatte der Bundestag in der vor wenigen Wochen zu Ende gegangenen Legislaturperiode nicht mehr entschieden.