Nürnberg (epd). In einem Impulspapier beschreibt die katholische Deutsche Bischofskonferenz Arbeit als Teil des Menschseins und als gelebte Demokratie. „Arbeit ist Teil des Lebens und nicht sein Gegenspieler“, lautet eine Hauptaussage des Papiers, das der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Bischofskonferenz, der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, am Mittwoch in Nürnberg vorstellte. In der Bundesagentur für Arbeit betonte er, die Bildungs- und Sozialpolitik müsse die Menschen befähigen, gesellschaftliche Teilhabe mit ihrer Arbeit zu erreichen.
In der deutschen Gesellschaft hänge „die gläserne Decke“ für sozial Benachteiligte sehr niedrig. „Soziale Herkunft formuliert den beruflichen Erfolg“, sagte Wilmer. Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, lobte das Impulspapier der bischöflichen Arbeitsgruppe als eine „positive Stimme“, die Arbeit „wieder sichtbar macht“. Sie halte es für wichtig, dass neue Facetten der Arbeit etwa beim Homeoffice betrachtet würden: „Hier sollten wir uns davon befreien, Leben und Arbeit gegeneinander auszuspielen.“
Wilmer sagte, das Impulspapier mit dem Titel „Die versöhnende Kraft der Arbeit“ richte sich an „Menschen, die mit ihrer Arbeit hadern, an die, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und an die, die für die Rahmenbedingungen der Arbeitsmarktpolitik verantwortlich sind“. Die katholischen Bischöfe fordern für die Arbeit einen „ethischen Kompass“ sowohl für die Unternehmen als auch für die Beschäftigten.