Dakar, Niamey (epd). Im Niger hat die Militärregierung die Freilassung von 50 Personen angekündigt. Darunter seien ehemalige Minister und Militärvertreter des im Juli 2023 gestürzten Regimes, erklärte die Junta des westafrikanischen Landes am Dienstagabend im nationalen Fernsehen.
Die Personen waren laut Berichten der Nachrichtenseite „Les Echos du Niger“ vom Mittwoch nach der Machtübernahme durch General Abdourahamane Tiani festgenommen worden. Die Gefangenen waren unter anderem des Putschversuchs, der Verschwörung und des Angriffs auf die Staatssicherheit oder des Destabilisierungsversuchs beschuldigt worden. Der gestürzte Ex-Präsident Mohamed Bazoum bleibt demnach weiter in Haft.
Mit der Freilassung der 50 Personen folgt Tiani den Empfehlungen der „Nationalen Versammlung der Neugründung“, die im Februar in der Hauptstadt Niamey abgehalten worden war. Tiani, der der Militärregierung bereits seit 2023 vorsteht, wurde am 26. März offiziell zum Präsidenten ernannt. Die Amtszeit ist auf fünf Jahre angelegt, mit der Option auf eine Verlängerung. Auch sind auf Anordnung Tianis sämtliche politischen Parteien im Land aufgelöst worden. Laut einem Bericht von Amnesty International hat sich die Menschenrechtslage im Niger seit dem Militärputsch deutlich verschlechtert.