Berlin (epd). Die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), Regina Görner, fordert zum besseren Schutz vor Altersdiskriminierung eine Änderung des Grundgesetzes. In Artikel 3 solle explizit das Lebensalter aufgenommen werden, sagte Görner vor dem am Mittwoch in Mannheim beginnenden 14. Deutschen Seniorentag. Der Artikel liste eine ganze Reihe Merkmale auf, die nicht zu einer Diskriminierung führen dürfen. „Das Alter wird hier gar nicht erwähnt“, sagte Görner.
Sie wäre gerne Schöffin geworden. „Aber Menschen in meinem Alter dürfen das nicht mehr machen“, sagte die 74 Jahre alte Görner und führte weiter aus: „Wenn ältere Menschen bei Banken aufgrund ihres Alters keinen Kredit mehr bekommen, ist das ebenso wirklichkeitsfremd. Da muss nachgebessert werden.“
In Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Der 14. Deutsche Seniorentag wird am Morgen in Mannheim eröffnet. Zu dem dreitägigen Kongress unter dem Motto „Worauf es ankommt“ werden rund 15.000 Gäste erwartet, darunter auch der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als Schirmherr.