Gütersloh (epd). Der geringe Anteil von Gründerinnen in Deutschland ist einer Studie zufolge unter anderem auf mangelnde Vereinbarkeit von Care-Arbeit und Beruf zurückzuführen. Zudem fehle es an Vorbildern, das Bildungssystem breche das bestehende Muster nicht ausreichend auf, erklärte die Bertelsmann Stiftung bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Gütersloh. Der Frauenanteil an Startup-Gründenden lag demnach in Deutschland im Jahr 2024 bei 18,8 Prozent, wie aus der Studie hervorgeht. Im Vorjahr waren es noch 20,7 Prozent.
Gründerinnen würden den Gendergap häufiger als Problem sehen als ihre männlichen Kollegen, hieß es. 87 Prozent der Frauen sähen hier eine Herausforderung, während nur die Hälfte der Männer dies als Problem wahrnehme. Hier werde deutlich, dass es einen Kulturwandel brauche. Zudem falle die Familiengründung zeitlich oft mit der Unternehmensgründung zusammen, und Frauen leisteten nach wie vor den Großteil der Care-Arbeit.
Es werde deutlich, dass Unternehmertum nicht am fehlenden Interesse scheitere, sondern an den Rahmenbedingungen, erklärte die Gründungsexpertin der Bertelsmann Stiftung, Jennifer Eschweiler. Diese würden Frauen erst später in der Laufbahn zur Selbstständigkeit ermutigen.
Deutschland könne es sich nicht leisten, auf das Potenzial von Frauen zu verzichten, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes, Verena Pausder. Sie seien „die größte stille Reserve unseres Landes“.
Die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellte Studie des Startup-Verbandes basiert den Angaben zufolge auf Daten des Deutschen Startup Monitors 2024, für den deutschlandweit mehr als 1.800 Startup-Unternehmerinnen und -Unternehmer sowie 1.000 Studierende befragt wurden.