Berlin (epd). Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert ein gesetzliches Mindestalter von 18 Jahren für den Kauf von Energydrinks. Andere EU-Länder wie Polen, Litauen oder Lettland hätten den Verkauf der aufputschenden Getränke an Minderjährige aufgrund schwerwiegender Gesundheitsrisiken längst gestoppt, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. „Die neue Bundesregierung muss handeln und junge Menschen vor den gefährlichen Wachmachern schützen“, erklärte Foodwatch-Expertin Rebekka Siegmann.
Ärzte und Verbraucherschützer warnten seit Jahren vor den gesundheitlichen Folgen der koffeinhaltigen Getränke für Kinder und Jugendliche. Bei hohem Konsum drohten Herzrhythmusstörungen, Angstzustände und Konzentrationsprobleme. Besondere Risiken bestünden, wenn die Getränke im Zusammenhang mit Sport oder Alkohol konsumiert würden. Eine aktuelle Studie des Uniklinikums München zeigt laut Foodwatch, dass bereits moderate Mengen den Blutdruck erhöhen und den Schlaf stören.
Laut einer Erhebung der Uniklinik an Schulen begännen Kinder bereits mit etwa neun Jahren mit dem Energydrink-Konsum. Mehr als jeder vierte Minderjährige trinke diese regelmäßig. Zehn Prozent der Jungs trinken sie gerne beim Sport.
Foodwatch wirft den Herstellern vor, ihr Marketing gezielt an Kinder und Jugendliche zu richten. So machten TikTok-Stars und Youtuber in Videos ihren Millionen junger Follower die Energydrinks schmackhaft. Die entsprechenden Marken dominierten zudem das Sponsoring im Profi- und Jugendsport, von Fußballclubs über Eishockey bis hin zu Skirennen.