Frankfurt a.M. (epd). Bei den jüngsten israelischen Bombardierungen des Gaza-Streifens sind fünf UN-Beschäftigte getötet worden. Das teilte der Chef des UN-Hilfswerks für die Palästinenser (UNRWA), Philippe Lazzarini, am Donnerstag mit. Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 seien damit 284 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UNRWA getötet worden. „Sie waren Lehrer, Ärzte und Krankenschwestern: im Dienst für die Bedürftigsten.“
Derweil setzten die israelischen Streitkräfte ihre Bombardierungen des Gaza-Streifens aus der Luft und vom Meer aus fort, erklärte Lazzarini. „Angesichts der anhaltenden Bodeninvasion, die den Norden vom Süden trennt, befürchten wir, dass das Schlimmste noch bevorsteht.“ Es seien erneut Evakuierungsbefehle erlassen worden, die Zehntausende Menschen zur Flucht zwängen. Dabei sei der überwiegende Teil der Bevölkerung bereits vertrieben worden.
Gleichzeitig verhinderten die israelischen Behörden seit fast drei Wochen erneut die Einfuhr von humanitärer Hilfe und notwendiger Handelsgüter in das Gebiet, kritisierte der UNRWA-Chef. „Täglich durchleben die Menschen in Gaza unter unseren Augen wieder und wieder ihren schlimmsten Albtraum.“ Es brauche sofort eine Erneuerung der Waffenruhe, eine würdevolle Freilassung aller Geiseln in Gaza und eine ungehinderte Einfuhr von Hilfs- und anderen Gütern.
Auslöser des jüngsten Nahost-Krieges war der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem Hunderte Menschen getötet und verschleppt wurden. Seit Beginn der israelischen Gegenoffensive wurden Zehntausende Palästinenserinnen und Palästinenser getötet. Ab dem 19. Januar galt eine Waffenruhe, in deren Rahmen die Hamas mehrere Geiseln freigelassen hat. Israel brach die Feuerpause in der Nacht auf Dienstag mit erneuten Bombardierungen, bei denen seither nach palästinensischen Angaben Hunderte Menschen getötet wurden.