Bonn (epd). Die Welthungerhilfe wirft Israel den Beschuss einer von der Hilfsorganisation unterstützten Gesundheitsstation im Gaza-Streifen vor. Die Al-Rafi-Gesundheitsstation im Norden des Küstenstreifens sei bei einem israelischen Luftangriff zerstört worden, erklärte die Welthungerhilfe am Mittwoch in Berlin. Den Angaben zufolge ereignete sich der Angriff am frühen Dienstagmorgen. In der von der lokalen Partnerorganisation Juzoor betriebenen Gesundheitsstation seien zuletzt pro Tag mehr als 600 Menschen medizinisch versorgt worden.
„Der Angriff auf Gesundheitseinrichtungen ist ein Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht“, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge. Durch die Zerstörung der Gesundheitsstation werde sich die humanitäre Situation für 50.000 Menschen in Nord-Gaza weiter verschlechtern.
Israel hatte in den vergangenen Tagen wieder schwere Luftangriffe auf den Gaza-Streifen geflogen. Hunderte Menschen wurden laut den Vereinten Nationen getötet. Zuletzt konnte bei Gesprächen über eine Verlängerung der seit dem 19. Januar geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Hamas keine Einigung erzielt werden. Hochrangige UN-Vertreter verurteilten die jüngsten Luftangriffe scharf.
Auslöser des jüngsten Nahost-Krieges war der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Im Zuge der zwischen den Konfliktparteien vereinbarten Waffenruhe waren mehrere von der Hamas entführte israelische Geiseln freigelassen worden. Zugleich gelangte mehr humanitäre Hilfe in den Gaza-Streifen.