Erste Schutzwohnung gegen Arbeitsausbeutung

Erste Schutzwohnung gegen Arbeitsausbeutung

Berlin (epd). In Berlin werden Opfer von Arbeitsausbeutung künftig in einer speziellen Schutzwohnung eine sichere Unterkunft finden können. „Niemand soll in Berlin unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten müssen“, erklärte Berlins Sozialsenatorin Cansil Kiziltepe (SPD) am Montag zur offiziellen Eröffnung.

Das Projekt ist den Angaben zufolge bislang bundesweit einmalig und wird vom Senat mit 450.000 Euro pro Jahr unterstützt. Bereits seit Januar werden Menschen in der Schutzwohnung aufgenommen. Das Projekt bietet Unterbringungsplätze für zehn Betroffene an.

Kiziltepe betonte, mit der Berliner Polizei und dem Zoll habe seit diesem Jahr zudem eine „Gemeinsame Ermittlungsgruppe Arbeitsausbeutung“ die Arbeit aufgenommen. Gerade Menschen in prekären Lebenssituationen und mit Migrations- oder Fluchtgeschichte seien gefährdet. Die Schutzwohnung solle eine sichere Unterkunft bieten, nachdem die illegale Beschäftigung beendet und die Täter ermittelt wurden. Zum Schutz der Betroffenen bleibe die Adresse der Schutzwohnung anonym.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel erklärte, dass die Betroffenen oft gar nicht oder nur in einem kleinen Zeitfenster zur Kooperation mit Polizei und Zoll bereit seien: „Die Täterinnen und Täter stammen meist aus dem privaten sozialen Umfeld und versuchen regelmäßig, ihre Opfer während der Dauer der Ermittlungsverfahren unter Druck zu setzen.“

Das Bundeskriminalamt verzeichnete für das Jahr 2023 insgesamt 37 abgeschlossene Ermittlungsverfahren im Bereich Arbeitsausbeutung. Die Zahlen stiegen in den vergangenen Jahren kontinuierlich und die Dunkelziffer sei hoch.