Frankfurt a.M. (epd). Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat 80 Jahre nach der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz dazu aufgerufen, Versuchen der Relativierung der deutschen Geschichte entgegenzutreten und die Erinnerung an die Schoah wachzuhalten. Es gehe um die Vermittlung der historischen Fakten, denen sich jede und jeder in Deutschland stellen müsse, sagte Scholz am Sonntag in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. „Unsere Verantwortung hört nicht auf“, sagte er.
Scholz sprach zum Tag des Gedenkens an die Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Am 27. Januar jährt sich zum 80. Mal die Befreiung von Auschwitz im Jahr 1945 durch die sowjetische Rote Armee.
Zwischen 1940 und 1945 starben dort 1,1 Millionen Menschen, sie wurden vergast, verhungerten oder starben an Krankheiten und aus Erschöpfung. Etwa eine Million Jüdinnen und Juden aus ganz Europa starb im Vernichtungslager, auf dem Gebiet des heutigen polnischen Staats. Damit wurde Auschwitz zum Symbol der nationalsozialistischen Judenverfolgung.
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, appellierte, die Politik müsse eine klare Sprache gegen eine „subtile Verwässerung der Erinnerung an die Schoa“ finden.
„Wir werden dem Judenhass nicht weichen, weil wir damit auch unsere Freiheit verteidigen“, sagte Mike Josef (SPD), Frankfurter Oberbürgermeister, sichtlich bewegt. Josef erinnerte auch an die Geschichte der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi, die am Sonntag in der Jüdischen Gemeinde zu Gast war. Sie überlebte als Jugendliche das Vernichtungslager Auschwitz, verlor aber ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder, die in den Gaskammern ermordet wurden.