EKD fordert mehr Bildungsgerechtigkeit

Die zwölfjährigen Flüchtlingsmädchen Paiman (2.v.l) und Razma (3.v.l) melden sich am 09.03.2016 während des Unterrichts im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Duisburg (Nordrhein-Westfalen).
Foto: dpa/Monika Skolimowska
Internationale Klasse für Flüchtlingskinder im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Duisburg.
EKD fordert mehr Bildungsgerechtigkeit
"Bildung muss jedem zuteil werden, unabhängig von seiner sozialen oder ethnischen Herkunft", heißt in einem am Donnerstag in Hannover veröffentlichten EKD-Text mit dem Titel "Gute Schule aus evangelischer Sicht. Impulse für das Leben, Lehren und Lernen in der Schule".

Eine gute Schule müsse die "Fenster zur Welt" für alle Heranwachsenden öffnen, egal aus welchem sozialen Milieu. Das gelte auch für Flüchtlinge, heißt es von der EKD. Die schulische Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen sei eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft, unterstrich der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im Vorwort. Bildung solle dazu beitragen, dass jeder sich in der Welt orientieren kann.

Schulen sollten zudem gewährleisten, dass die Schüler unabhängig von ihrer Herkunft auf die Anforderungen einer wissenschaftlich-technisierten Arbeits- und Berufswelt vorbereitet werden, fügte Bedford-Strohm hinzu, der auch bayerischer Landesbischof ist. Aktuell müssten die Schulen Zehntausende von Flüchtlingen integrieren und ihnen Bildungschancen eröffnen.



In dem EKD-Text wird zudem davor gewarnt, Schule auf die reine Wissensvermittlung zu reduzieren. "Sie wird seltener verstanden als eine Einrichtung, die in sehr komplexen Prozessen junge Menschen in ihrer Entwicklung unterstützt und auf diese Weise für die Zukunft unserer Gesellschaft einen Nutzen bringt, der weit über nur ökonomische Kontexte hinausgeht", heißt es in der 43-seitigen Broschüre. In der Pädagogik spielten Intuition, Einfühlungsvermögen und Intelligenz aller Beteiligten eine große Rolle, so die Autoren.