Berlin (epd). Mehr als 60 Länder sowie eine Reihe internationaler Organisationen haben sich auf neue Ziele für die Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit verpflichtet. Zum Abschluss des Weltgipfels für die Rechte von Menschen mit Behinderungen („Global Disability Summit“) in Berlin nannte das Bundesentwicklungsministerium am Donnerstag die Zahl von 65 Staaten und 17 Organisationen, die sich der sogenannten Amman-Berlin-Erklärung angeschlossen haben. Sie benennt das Ziel, dass mindestens 15 Prozent der Entwicklungsprojekte in einem Land die Verwirklichung der Inklusion fördern.
Zu den Staaten, die der Erklärung beigetreten sind, zählen europäische Länder wie Deutschland, Frankreich, Schweden, Irland und Großbritannien. Auch weitere Geberländer wie Australien und Neuseeland sind dabei; dagegen fehlen etwa die USA, die Niederlande, die Schweiz und Japan.
Beigetreten sind auch viele Staaten des globalen Südens wie Ghana, Kambodscha, Haiti und Pakistan. Zu den weiteren Unterstützern gehören die EU-Kommission und mehrere UN-Organisationen wie das Welternährungsprogramm und Unicef.
Die 15-Prozent-Quote soll bis 2028 erreicht werden. „Erstmals gibt es ein messbares Ziel, wie internationale Zusammenarbeit zu Inklusion beitragen kann“, erklärte die geschäftsführende Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD). „Das wird weltweit die Kräfte stärken, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen.“ Die Amman-Berlin-Erklärung umfasst auch das Bestreben, dass sämtliche Projekte der Entwicklungszusammenarbeit für behinderte Menschen zugänglich gestaltet werden.
Seinen Namen trägt das Dokument, weil Jordanien und Deutschland gemeinsam mit dem Weltverband der Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen (IDA) als Gastgeber des Gipfels am Mittwoch und Donnerstag in Berlin fungierten. Ziel der Konferenz mit mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es, Fortschritte bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf den Weg zu bringen.