Arche-Gründer: Perspektivlosigkeit macht Jugendliche zu Gewalttätern

Arche-Gründer: Perspektivlosigkeit macht Jugendliche zu Gewalttätern

Berlin (epd). Aus Sicht des Gründers des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“, Bernd Siggelkow, macht Perspektivlosigkeit Kinder und Jugendliche zunehmend zu Gewalttätern. Kinder wüssten schon „in der fünften Klasse, dass auch sie als Erwachsene Bürgergeldbezieher bleiben werden“, sagte Siggelkow am Mittwoch in einer Videobotschaft in Berlin. Zudem gehe es auf den Straßen härter zu. Jugendliche gingen mit Messern nach Hause, weil sie Angst hätten, überfallen zu werden.

Anlass ist die polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2024, welche von der geschäftsführenden Innenministerin Nancy Faeser (SPD) am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Dort ist ein Anstieg der Gewaltkriminalität bei Kindern um 11,3 Prozent und bei Jugendlichen um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten.

Nach Beobachtung von Siggelkow sind die minderjährigen Gewalttäter meist psychisch stark belastet. Das erlebe er in seinen Einrichtungen. Ihre Wut sei auf mangelnde Perspektiven zurückzuführen.

„Wir bezeichnen Kinder zwar als Zukunft der Gesellschaft, aber investieren nicht in ihre Gegenwart“, kritisierte Siggelkow. Einen Weg aus der Perspektivlosigkeit sieht er im Ehrenamt und in der Politik, die gute Rahmenbedingungen vermitteln müsse.

Der Pastor hat „Die Arche“ 1995 in Berlin-Hellersdorf als evangelisches Hilfswerk gegen Kinderarmut gegründet. Mittlerweile ist die „Die Arche“ nach eigenen Angaben an mehr als 30 Standorten in Deutschland aktiv und erreicht mit ihren Angeboten über 6.000 Kinder und Jugendliche.