München (epd). Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, plädiert für die Streichung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag. Ein sogenannter Karenztag sei sinnvoll, sagte Werner der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch). „Wenn ich sage, die Folgen deiner Entscheidungen musst du selbst nicht tragen, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Krankenstände in Deutschland höher sind.“
Es müsse das Prinzip gelten: „Du kannst tun, was du willst, aber alles hat seinen Preis“, führte er aus. Man müsse sich dabei auch fragen, ob Krankschreibungen per Telefonanruf sinnvoll seien, fügte Werner hinzu. Im Vergleich zu anderen Ländern, wo das anders gehandhabt werde, seien die Krankenstände in Deutschland einfach höher.
Die Debatte um eine Wiedereinführung des in den 1970er Jahren abgeschafften Karenztages war im Januar von Allianz-Chef Oliver Bäte angestoßen worden. Er hatte sich in einem „Handelsblatt“-Interview dafür ausgesprochen, die Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag zu streichen. Der Vorschlag stieß bei den Gewerkschaften auf deutliche Kritik.