Berlin (epd). Die Bundeswehr hat eine Kampagne zur Früherkennung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bei Soldatinnen und Soldaten gestartet. Mithilfe eines neu entwickelten Online-Fragebogens sollen Angehörige von betroffenen Soldaten erste Hinweise auf eine psychische Erkrankung erkennen können. Die Informationskampagne wurde vom Sanitätsdienst der Bundeswehr am Dienstag in Berlin vorgestellt. Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist eine seelische Erkrankung, die als Folge eines belastenden Ereignisses auftreten kann.
Der Oberstarzt Peter Zimmermann sagte, der Online-Test sei ein „niedrigschwelliger, erster Schritt“ für Angehörige, um Signale einer PTBS zu erkennen. Die zwölf Fragen seien schnell zu beantworten. Mittels eines Punktesystems werde im Anschluss eine Einschätzung gegeben.
2023 gab es den Angaben zufolge 322 einsatzbedingte psychische Neuerkrankungen bei Bundeswehrangehörigen, etwa fünf Prozent mehr als im 2022 mit 305. Die Anzahl der PTBS-Fälle lag in beiden Jahren bei 197 und war damit die am häufigsten diagnostizierte psychische Erkrankung.
Von den 2023 diagnostizierten PTBS-Fällen seien mit 131 die meisten nach Afghanistan-Einsätzen aufgetreten. Die Statistik bezieht sich dabei auf das Jahr der Diagnosestellung. Das traumatische Erlebnis kann sich bereits früher ereignet haben.
Insgesamt geht die Bundeswehr davon aus, dass etwa drei Prozent der Soldatinnen und Soldaten eine PTBS im Einsatz erleiden, jedoch nur etwa die Hälfte davon diagnostiziert wird. Die Bundeswehr erfasst seit 2011 einsatzbedingte psychische Erkrankungen bei ihren Streitkräften.