Sinkende Zahlen: EKD setzt auf Engagement

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Sinkende Mitgliederzahlen und rückläufige Taufen bereiten der EKD Sorgen.
Rückgang der Mitglieder
Sinkende Zahlen: EKD setzt auf Engagement
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlicht die Mitgliedschaftsdaten des Jahres 2024. Aufgrund des Rückgangs der Mitglieder steht die evangelische Kirche weiter vor Herausforderungen. Für die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, steht fest: Kirche und Gesellschaft sind mehr denn je darauf angewiesen, dass sich Menschen engagieren.

"Knapp 18 Mio. Menschen in Deutschland trugen auch 2024 durch ihre Kirchenmitgliedschaft dazu bei, dass kirchliches Leben in unzähligen Gemeinden stattfinden konnte sowie Beratungs- und Bildungsangebote vorgehalten werden konnten", so die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, laut der Pressemitteilung, die evangelisch.de vorliegt.

Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der aus den Landeskirchen gemeldeten vorläufigen Zahlen gehörten zum Stichtag 31.12.2024 insgesamt 17.980.000 Menschen einer der 20 Landeskirchen der EKD an. Getauft wurden 2024 rund 110.000 Menschen. 2023 waren es 136.000. Zusätzlich gab es rund 15.000 Aufnahmen in die evangelische Kirche.

Demgegenüber standen 2024 rund 335.000 Sterbefälle. Die Zahl der Austritte nahm gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent leicht ab, und lag damit bei 345.000. Damit sinkt die Zahl der Mitglieder in 2024 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um rund 3,2 Prozent. "Heute ist es längst keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Menschen einer Kirche angehören. Gleichzeitig wird immer wichtiger, im kirchlichen Leben vor Ort – gerade in Zeiten unübersichtlicher Krisen – Begleitung und Seelsorge zuverlässig anzubieten", so die Ratsvorsitzende. 

"Es braucht spirituelle Orte, um in hektischer Atemlosigkeit zur Ruhe zu kommen, ebenso wie sichere Diskursräume, die Verständigung fördern und die Demokratie stärken. Unsere Gesellschaft ist mehr denn je darauf angewiesen, dass sich Menschen zivilgesellschaftlich engagieren – auch in Kirche und Diakonie", so die Ratsvorsitzende.

Rückläufige Taufzahlen bereiten Sorgen

Eine Kirche, die sich immer weniger auf solidarische Unterstützung von Menschen verlassen könne, müsse künftig verstärkt auswählen, wo sie mit ihren begrenzten Mitteln besonders wirksam sein kann, um Menschen in ihrer Religiosität zu unterstützen und ihrer zivilgesellschaftlichen Rolle gerecht zu werden, so Bischöfin Fehrs. Sorge bereiten ihr vor allem die rückläufigen Taufzahlen, die sich als Konsequenz der Mitgliederverluste in den nachfolgenden Generationen immer weiter fortschreiben.

"Wir werden alles daransetzen, Menschen mit unseren kirchlichen und diakonischen Angeboten in Kontakt zu bringen und die Bedeutung der Taufe als Ankerpunkt christlicher Gemeinschaft zu verdeutlichen." So solle die Initiative #deineTaufe, die die EKD 2023 gestartet hatte, auch künftig durch zusätzliche Angebote im Rahmen von unterschiedlichen Tauffesten weitergeführt werden.