Essen, Berlin (epd). Der Sozialverband VdK pocht bei der von Union und SPD geplanten Ausweitung der Mütterrente auf eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt und nicht aus Rentenbeiträgen. „Bei der Ausweitung der Mütterrente ist es wichtig, dass diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe komplett aus Steuermitteln finanziert wird“, sagte VdK-Chefin Verena Bentele den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag) in Essen.
Grundsätzlich sei das von der künftigen Regierungskoalition geplante Projekt „eine längst überfällige Anerkennung der jahrzehntelangen unbezahlten Sorgearbeit von mehreren Müttergenerationen“, betonte Bentele. Es komme spät, sei aber weiterhin notwendig. „Studien bestätigen es immer wieder: Altersarmut ist weiblich. Mehr als jede fünfte Frau über 65 Jahre ist armutsgefährdet“, erklärte die VdK-Chefin.
Union und SPD, die sich derzeit in Gesprächen zur Bildung einer neuen Regierungskoalition befinden, hatten sich Anfang März in ihren Sondierungen darauf verständigt, die bereits existierende Mütterrente auszuweiten. Künftig sollen auch Eltern, die vor 1992 Kinder bekommen haben und für die Erziehung beruflich kürzer getreten sind, pro Kind bis zu drei volle Rentenpunkte erhalten statt bisher nur zweieinhalb.
Die Chefin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, hatte die Kosten dieser Maßnahme laut der Funke-Mediengruppe kürzlich auf fünf Milliarden Euro pro Jahr beziffert und ebenfalls eine Finanzierung aus Steuermitteln angemahnt. Andernfalls müsse der Beitragssatz in der Rentenversicherung um 0,25 Prozentpunkte steigen.