Tag gegen Rassismus: Initiativen protestieren gegen Bezahlkarte

Tag gegen Rassismus: Initiativen protestieren gegen Bezahlkarte

Hannover (epd). Flüchtlingsinitiativen wollen anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus am Freitag gegen die aus ihrer Sicht diskriminierende Bezahlkarte für Geflüchtete protestieren. Sie fordern die Rücknahme dieser Debitkarte, wie der Flüchtlingsrat Niedersachsen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Die Karte sehe viele Einschränkungen im Zahlungsverkehr vor. Unter dem Hashtag #NeinZurBezahlkarte2103 sollten entsprechende Statements gepostet werden.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Regelung, dass Geflüchtete mit den Karten nur einen begrenzten Betrag an Bargeld abheben dürfen. In 13 Bundesländern liegt die Grenze bei 50 Euro, in drei Ländern sind höhere Abhebungen möglich. In Bayern gelten besonders strenge Regeln.

Der Protesttag wurde den Angaben zufolge bei einer Tagung im Februar in Hannover beschlossen. Dabei seien Menschen zusammengekommen, die mit Umtauschinitiativen den Flüchtlingen mehr als die vielfach vorgesehenen 50 Euro Bargeld zukommen lassen wollen. Die Flüchtlingsräte von Niedersachsen und Brandenburg verbreiteten im Anschluss eine Erklärung. Die Bezahlkarte sei diskriminierend und wirke sich nachteilig auf das Zusammenleben sowie die Stimmung in den Städten und Gemeinden aus, heißt es darin. Laut niedersächsischem Flüchtlingsrat wurde die Erklärung mittlerweile von knapp 80 Initiativen und Organisationen unterzeichnet.