Genf (epd). Im Sudan leiden laut dem Hilfswerk Unicef Millionen Kinder unter Hunger und Krieg. Essensmangel, Gewalt und Vertreibung zerstörten das Leben der Mädchen und Jungen, sagte die Unicef-Nothilfedirektorin Lucia Elmi am Freitag in Genf.
Mehr als 16 Millionen Kinder seien dringend auf Hilfe von außen angewiesen, fügte sie hinzu. Es werde erwartet, dass 2025 landesweit 3,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren vom akuter Unterernährung betroffen sein werden.
Darunter seien 770.000 Mädchen und Jungen, die an „schwerer akuter Unterernährung“ litten. Dabei handele es sich um die tödlichste Form des Hungers, bei der die Wahrscheinlichkeit, an einer Krankheit zu sterben, sehr hoch sei.
Der seit fast zwei Jahren andauernde Konflikt zwischen Armee und Milizen bedrohe die Kinder direkt. Mädchen und Jungen würden getötet, verstümmelt und vertrieben, sagte die Unicef-Direktorin, die sich mehrere Tage im Sudan aufhielt.
Ihren Angaben zufolge rekrutieren und missbrauchen die Kriegsparteien Kinder. Die Kleinen müssten Kinderarbeit leisten. Konflikt, Verlust und Vertreibung lösten bei den Kindern Ängste, Depressionen und Traumata aus.
Im April 2023 war im Sudan ein Machtkampf zwischen der Armee-Führung und den Milizen der „Rapid Support Forces“ in einen offenen bewaffneten Konflikt eskaliert. Menschenrechtler werfen beiden Seiten schwere Verbrechen vor.