Erzbischof von Homs: Sorge vor islamischem Syrien

Erzbischof von Homs: Sorge vor islamischem Syrien

Kall-Steinfeld (epd). Der Erzbischof von Homs, Jacques Mourad, hat vor einem islamischen Syrien gewarnt. Der Wunsch danach sei in der derzeitigen Führungsschicht des Landes zu spüren, sagte er am Dienstag bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Kloster Steinfeld im Bistum Aachen. Ein rein islamisches Syrien würde der ethnischen und religiösen Vielfalt des Landes aber nicht gerecht. Mourad wurde den Angaben zufolge im Mai 2015 von Dschihadisten aus dem syrischen Kloster Mar Elian in Qaryatayn, wo er Pfarrer war, entführt und fünf Monate lang gefangen gehalten.

Die Übergangsregierung bestehe ausschließlich aus Sunniten und spiegele nicht die Pluralität Syriens wider, sagte er weiter. Mourad mahnte, dass eine gerechte, pluralistische Gesellschaft nur durch einen inklusiven politischen Prozess erreicht werden könne. Die derzeitigen Machthaber versuchten, die Scharia als Grundlage für die neue Gesetzgebung durchzusetzen. Zudem leide die Bevölkerung nach wie vor unter Gewalt, Armut und der Ungewissheit über die Zukunft des Landes.

„Angesichts dieser Realität ist unsere heutige Verantwortung als Volk und Kirche groß“, sagte er und forderte eine Reihe von Maßnahmen, darunter die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität, alle bewaffneten Demonstrationen zu untersagen, unverzüglich eine Verfassungsreform auszuarbeiten und freie Präsidentschaftswahlen unter Aufsicht der UN durchzuführen.

Neben weiteren Themen ist die Lage der Christen im Nahen Osten Schwerpunkt auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 10. bis zum 13. März.