Düsseldorf (epd). Trotz Hilfsplänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gehen die deutschen Hausärzte nicht von einer baldigen Verbesserung bei der Medikamentenversorgung aus. Die jetzt diskutierten Maßnahmen würden in der hausärztlichen Versorgung kurzfristig nur bedingt helfen, sagte Nicola Buhlinger-Göpfarth, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Die Hausärztinnen und Hausärzte hätten aller Voraussicht nach mit dem Thema in den kommenden Wochen und Monaten weiter zu kämpfen.
Die Lieferengpässe seien in den Hausarztpraxen sehr deutlich zu spüren. Hausärztinnen und Hausärzte müssten inzwischen sehr viel Zeit investieren, um, sofern dies überhaupt möglich sei, Medikationen umzustellen, so Buhlinger-Göpfarth. Gerade in der derzeitig sehr starken Krankheitswelle sei das eine enorme zusätzliche Belastung. „Hinzu kommt: In manchen Fällen gibt es aber schlichtweg keine Alternativen. Das ist dann für die Betroffenen natürlich besonders dramatisch.“
Gesundheitsminister Lauterbach hatte am Dienstag angekündigt, dass die Krankenkassen vorübergehend die Mehrkosten für teurere Ausweichmedikamente übernehmen sollen. Außerdem sollen zur Sicherung der Versorgung mit den günstigen Arzneimitteln künftig Vorräte angelegt werden.