Berlin (epd). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ruft die Bundesregierung auf, Investitionen in den Klimaschutz der Kliniken stärker zu fördern. Ein Gutachten zeige das große Potenzial, Treibhausgase einzusparen, beispielsweise durch klimagerechte Modernisierung, teilte die Dachorganisation am Montag in Berlin mit. Dazu müssten die Kliniken aber in die Lage versetzt werden, in Technik und Prozesse investieren zu können, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß.
Er forderte die Bundesregierung auf, aus dem Sondervermögen zur Klimaneutralität „ein Green-Hospital-Investitionsprogramm“ aufzulegen. Aufgrund der Defizite bei den Investitionsfördermitteln der für die Kliniken zuständigen Bundesländer benötigten die Krankenhäuser Instrumente, um den notwendigen Anpassungsprozess zu vollziehen. „Wenn Bund und Länder in den kommenden fünf Jahren jeweils zwei Milliarden Euro für die Sanierung der Gebäudehüllen und die Modernisierung der Heizungsanlagen in den Krankenhäusern einsetzen würden, könnte ein messbarer Beitrag für den Klimaschutz und eine Reduzierung bei den Betriebskosten erreicht werden“, erläuterte Gaß.
Rund fünf Prozent des nationalen Treibhausgas-Ausstoßes werden dem Gesundheitswesen zugeschrieben, hieß es. Ein Großteil davon entfalle auf die Krankenhäuser. Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) zeige, dass der Klimaschutz auf der Agenda vieler Krankenhäuser ganz oben stehe. 71 Prozent der befragten Kliniken gaben demnach an, dass der Klimaschutz in ihre Anpassungsstrategie zum Klimawandel einfließt. 38 Prozent der Häuser haben Leitlinien und Zielvorgaben zur Energieeinsparung und Nachhaltigkeit etabliert, 30 Prozent beschäftigen bereits Klimamanager.
Unter dem Dach der DKG vereint sind den Angaben zufolge 1.903 Krankenhäuser, die jährlich rund 17 Millionen stationäre Patienten (2020) versorgen und rund 19 Millionen ambulante Behandlungsfälle haben. In den Kliniken arbeiten etwa 1,3 Millionen Beschäftigte.