Köln (epd). Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ fordert mehr Unterstützung für Hungerleidende in Madagaskar. Die internationale Hilfe müsse hochgefahren werden, sagte die Vorstandsvorsitzende Amy Neumann-Volmer am Dienstag im Deutschlandfunk. Vor allem im Süden des Landes sei die Lage katastrophal. Die Ernährungssituation habe sich dramatisch verschlechtert.
In der Region seien schätzungsweise 74.000 Menschen von schwerer Unterernährung bedroht, davon 12.000 Kinder, sagte Neumann-Volmer, die den Inselstaat vor dem Südosten Afrikas im Frühjahr bereist hatte. Die Menschen warteten seit mehreren Ernten auf Regen. Die Landschaft sei durch die Dürre verwüstet, und viele Felder seien unter der Sandmasse verschwunden.
Der Süden Madagaskars ist von einer schweren Dürre betroffen. Nach Angaben des Welternährungsprogramms dürfte die Ernte in diesem Jahr nur halb so groß ausfallen wie in einem normalen Jahr.