Mehr als 5.000 Menschen demonstrieren für Schutz der Ehe

Foto: dpa/Daniel Maurer
Das Aktionsbündnis "Demo für Alle" demonstrierte am Sonntag in Stuttgart.
Mehr als 5.000 Menschen demonstrieren für Schutz der Ehe
Mehrere Gegenveranstaltungen zur "Demo für alle" in Stuttgart
Gegen die Gleichstellung homosexueller Paare und für den Schutz der Ehe zwischen Mann und Frau sind laut Polizei am Sonntag in Stuttgart mehr als 5.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Die Kritik bei der "Demo für alle" richtete sich gegen den Bildungs- und den Aktionsplan, mit denen die grün-rote Landesregierung die Diskriminierungen von Homosexuellen abbauen möchte. Die Demonstranten sehen einen Angriff auf traditionelle christliche Werte und fürchten eine Sexualisierung ihrer Kinder. Parallel demonstrierten rund 400 Menschen unter anderem auf Einladung der Jugendverbände mehrerer Parteien für die Gleichberechtigung und ein buntes Stuttgart.

"Wir stehen heute ein für das, auf dem unser Zusammenleben weltweit beruht: die Ehe als Lebensbund zwischen Mann und Frau und die Familie", sagte Hedwig Beverfoerde, Moderatorin der "Demo für alle", rund fünf Monate vor der Landtagswahl auf dem Schillerplatz - unter lautem Trommeln und Pfeifen der Gegner. Das Aktionsbündnis aus 30 Verbänden und Privatpersonen wehre sich gegen den Versuch, die Ehe umzudefinieren und zu öffnen.

Im Aktionsplan zur Akzeptanz sexueller Vielfalt sieht Grün-Rot unter anderem vor, das Beratungsangebot für betroffene Jugendliche sowie die medizinisches Versorgung für Transsexuelle zu verbessern. Für das Programm steht im Haushaltsplan 2015/16 eine Million Euro zur Verfügung.

Die Gegendemonstrationen mit nach Polizeiangaben insgesamt rund 400 Teilnehmern fanden an verschiedenen Orten  statt. Alfonso Pantisano von der Berliner Initiative "Enough is Enough" sagte, dass homosexuelle Paare die Ehe wünschten, zeige doch gerade, dass sie der Institution großen Wert beimessen: "Kein Bildungsplan, keine Therapie und keine Erziehung wird Menschen jemals homosexuell machen."

Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es kleinere Zwischenfälle am Rande der Protestkundgebungen. Zum einen griffen Ordnungshüter zum Pfefferspray , als versucht wurde, eine Absperrung zur "Demo für alle" zu übersteigen. Zum anderen blockierten rund 200 Menschen eine Straße, um den Protestzug der "Demo für alle" aufzuhalten. Sie hätten die Straße jedoch in dem Moment geräumt, als die Polizisten begannen, sie zurückzudrängen, hieß es.