Farbattacke auf Landtag: Tatverdächtiger ermittelt

Farbattacke auf Landtag: Tatverdächtiger ermittelt
Kurz vor dem "Tag der offenen Tür" des niedersächsischen Landtags in Hannover hatten mehrere Täter das Parlamentsgebäude mit roter Farbe und "Free Gaza"-Schriftzügen beschmiert. Jetzt hat die Polizei einen ersten Verdächtigen ermittelt.

Hannover (epd). Rund ein halbes Jahr nach der Farbattacke auf das Gebäude des niedersächsischen Landtags in Hannover hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handele sich um einen 24-jährigen Mann mit syrischer Staatsbürgerschaft, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Staatsanwaltschaft ermittele wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Ein Sprecher des Landtages bezifferte den Schaden auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag, also auf um die 100.000 Euro.

Mitte September hatten bislang unbekannte Täter den Eingangsbereich des Parlaments mit roter Farbe beschmiert. An drei Stellen der Fassade pinselten sie den Schriftzug „Free Gaza“ auf die historischen Sandstein-Mauern. Zudem beschmierten sie die Säulen der Eingangshalle und verteilten Farbe auf den Treppen im Eingangsbereich. Auch eine Gedenktafel für den Dichter der deutschen Nationalhymne, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), mit der Aufschrift „Einigkeit, Recht, Freiheit“ wurde mit Farbe beschmiert.

Der Tatverdächtige sei aufgrund der Aufnahmen von Überwachungskameras erkannt worden, sagte Söfker. Der Mann sei der Polizei als Teilnehmer von propalästinensischen Demonstrationen bekannt. Er befindet sich auf freiem Fuß. Insgesamt gab es laut Söfker mehrere Täter. Weitere Verdächtige seien noch nicht identifiziert, die Ermittlungen dauerten aber weiter an. Die Staatsanwältin betonte, dass bis auf weiteres die Unschuldsvermutung gelte. Gemeinschädliche Sachbeschädigung wird laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet.

Am Landtagsgebäude haben unterdessen die Sanierungsarbeiten begonnen. Die Sanierung der Fassade und der Säulen solle bis Mitte April abgeschlossen sein, sagte der Landtagssprecher. Weitere Arbeiten an der Treppe dauerten bis Ende April. Im Herbst war der Eingangsbereich bereits für rund 40.000 Euro gereinigt worden. Nun kämen weitere Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich dazu, erläuterte der Sprecher.