Augsburg (epd). Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt die künftige Bundesregierung vor Kürzungen bei der humanitären Hilfe. Mit Blick auf die USA und Großbritannien sagte der Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK, Christof Johnen, der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag), es wäre wichtig, ein Signal zu senden, „dass wir weiterhin zur humanitären Hilfe und unseren Partnern“ stehen. Bereits der Haushaltsplan der früheren Ampel-Koalition sei jedoch in diesem Punkt „indiskutabel“ gewesen.
Der Trend zu Kürzungen bei der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit habe nicht erst mit den drastischen Kürzungen bei USAID durch US-Präsident Donald Trump begonnen, sagte Johnen. „Der erste Weckruf war vor ein paar Jahren, als in Großbritannien - eigentlich immer einer der größten Geldgeber für humanitäre Hilfe - die Entwicklungshilfe in das Außenministerium integriert wurde.“
Zu Überlegungen in den Unionsparteien, auch in Deutschland das Entwicklungsministerium ins Auswärtige Amt zu integrieren, sagte Johnen: „Es kommt darauf an, wie man diese Zusammenlegung ausgestalten würde. Ich glaube, es muss nicht unbedingt schlecht sein.“ Die Sorge bestehe aber, „dass man diese Zusammenlegung nutzt, um das Budget der Handlungsfelder humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen und Aufgaben zu vermischen“-
Der frühere Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte dagegen: „Deutschland sollte sich kein Beispiel an Donald Trump nehmen, und die Entwicklungspolitik drastisch kürzen und das Entwicklungsministerium abschaffen.“ Der Generaldirektor der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (Unido) sagte der Zeitung: „Nachdem die Amerikaner sich weltweit zurückziehen, sollte Deutschland gerade in Afrika Flagge zeigen.“