Berlin (epd). Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordert eine Rückkehr zur Waffenruhe und Zugang zu humanitärer Hilfe im Gaza-Streifen. Er sprach am Donnerstag in Berlin von einer „dramatischen Lage“ in den palästinensischen Gebieten. Seit einem Monat sei keine Hilfe in den Gaza-Streifen gelangt. Scholz forderte zudem die Freilassung der israelischen Geiseln.
„Viel zu viele Menschen leiden an Hunger und daran, dass die brutale Gewalt anhält und es überall an medizinischer Versorgung fehlt“, sagte Scholz nach einem Treffen mit König Abdullah II. von Jordanien. Scholz forderte auch die Freilassung der verbliebenen Geiseln, die „auf grausame Art und Weise“ von der Terrormiliz Hamas gefangen gehalten würden. Es sei wichtig, dass sie freikommen, damit ein Frieden möglich werde.
Auch der jordanische König Abdullah II. forderte eine Rückkehr zum Waffenstillstand: „Die humanitäre Tragödie in Gaza ist unbeschreiblich.“ Der König mahnte Schritte an, um die „gefährliche Situation im Westjordanland“ zu verhindern. Dort seien Zehntausende von Palästinenserinnen und Palästinenser aus ihren Dörfern vertrieben worden.
Auslöser des jüngsten Nahost-Krieges war der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem Hunderte Menschen getötet und verschleppt wurden. Die mehr als zwei Millionen Menschen im Gaza-Streifen sind größtenteils auf humanitäre Hilfe von außen angewiesen. Eine im Januar vereinbarte Waffenruhe wurde vor fast zwei Wochen von Israel gebrochen.