Berlin (epd). Die Mitte 2023 gegründete Beratungsstelle „Safe Sport“ für Opfer sexualisierter oder anderer Gewalt im Sport hat in den ersten anderthalb Jahren ihres Bestehens 223 Beratungsanfragen erhalten. Wie aus dem am Donnerstag vom Bundesinnenministerium veröffentlichten Jahresbericht des Vereins mit Sitz in Berlin hervorgeht, steigt die Nachfrage kontinuierlich. Aktuell gehen demnach rund 15 neue Anfragen pro Monat ein, überwiegend sind Mädchen und Frauen betroffen.
„Gewalterfahrungen bis hin zu sexualisierter Gewalt sind für erschreckend viele Sportlerinnen und Sportler Realität“, erklärte die geschäftsführende Innenministerin Nancy Faeser (SPD). Wer sich selbst oder seine Kinder einem Trainer oder einem Sportverein anvertraue, müsse „auf einen absolut gewaltfreien Umgang vertrauen können“, sagte sie.
In mehr als einem Drittel der bis Jahresende 2024 von der Beratungsstelle erfassten Fälle ging es den Angaben zufolge um sexualisierte Gewalt. In der Mehrheit der Fälle (47 Prozent) berichteten die Betroffenen von psychischer Gewalt, in 8 Prozent der Fälle auch von körperlicher, in 7 Prozent von digitaler Gewalt. 70 Prozent der Opfer sind weiblich. Überwiegend (86 Prozent) geht es um Gewalt an Kindern oder Jugendlichen.
„Safe Sport“ ging im Juli 2023 als unabhängige Beratungsstelle an den Start. Gegründet wurde sie außerhalb der etablierten Sportverbände von Bund, Ländern und dem Verein „Athleten Deutschland“. Zu den Gründungsmitgliedern gehört auch eine Vertreterin aus dem Betroffenenrat bei der unabhängigen Missbrauchsbeauftragten des Bundes.
Die Beratung für Betroffene oder deren Angehörige ist kostenlos und anonym über eine Online-Funktion, als persönliches Gespräch oder über eine Telefon-Hotline möglich. Betroffenen kann über die Stelle juristische oder psychologische Beratung vermittelt werden.