Mexiko-Stadt (epd). Die mexikanische Menschenrechtsaktivistin Teresa González Murillo ist am Mittwoch (Ortszeit) ihren Verletzungen erlegen, die sie einige Tage zuvor bei einem Attentat erlitten hatte. Wie die lokale Nachrichtenplattform „Zona Docs“ berichtete, waren am 27. März bewaffnete Männer in das Haus von González Murillo in Guadalajara eingedrungen und hatten sie mit einem Kopfschuss verletzt. González suchte ihren Bruder Jaime und war prominentes Mitglied des Kollektivs „Licht der Hoffnung für die Verschwundenen in Jalisco“.
Teresa González Murillo war am 15. März bei einer Kundgebung aufgetreten, nachdem in der Gemeinde Teuchitlán ein Todeslager von Drogenbanden mit menschlichen Überresten gefunden worden war. An Jaliscos neuen Gouverneur Jesús Pablo Lemus gerichtet sagte die Aktivistin, die Kollektive würden „unermüdlich“ weiter nach ihren Angehörigen suchen.
Wenige Stunden nach dem Tod der Aktivistin gab die Staatsanwaltschaft von Jalisco bekannt, das Motiv für die Tat sei Raub gewesen. Es sei bisher nicht von einem Zusammenhang mit der Suche nach ihrem Bruder auszugehen, erklärten die lokalen Behörden. Menschenrechtsorganisationen fordern eine gründliche Aufklärung.
Landesweit gelten gemäß offiziellen Zahlen über 125.000 Menschen in Mexiko als vermisst. Angehörige gehen Hinweisen über den Verbleib ihrer Familienmitglieder nach und suchen sie auf eigene Faust. Damit setzen sie sich oft großen Gefahren aus. Zwischen 2021 und 2025 wurden in Mexiko zwölf Mitglieder von Suchkollektiven ermordet.