Mannheim (epd). Die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat den 14. Deutschen Seniorentag am Mittwoch in Mannheim eröffnet. Es gehe darum, die Vielfalt älterer Menschen positiv anzunehmen und sich gegen Stereotype und Altersvorurteile zu richten, sagte Paus, die auch Bundesseniorenministerin ist, laut Manuskript: „Älterwerden darf auch schön sein.“ Es sei eine Lebensphase mit vielfältigen Möglichkeiten und Chancen.
Die Gesellschaft habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt, hin zu einer Gesellschaft des langen Lebens. Sie bezeichnete das Alter von 70 Jahren als „das neue 55“. Fast jeder Vierte sei älter als 65 Jahre, die Zahl älterer Menschen steige kontinuierlich. Als alarmierend bezeichnete es Paus, dass die Beschwerden wegen Altersdiskriminierung im Jahr 2023 um 70 Prozent gestiegen seien. Dass es in der Gesellschaft viele Vorurteile und Diskriminierungen allein aufgrund des Alters gebe, dürfe nicht hingenommen werden.
Paus kritisierte zudem, dass heute mehr Menschen von Altersarmut bedroht seien als vor zehn Jahren. Dies betreffe vor allem ältere Frauen mit Migrationshintergrund. Als Familienministerin habe sie deshalb für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit gekämpft.
Zu dem dreitägigen Kongress unter dem Motto „Worauf es ankommt“ werden rund 15.000 Gäste erwartet. Mehr als 120 Veranstaltungen befassen sich damit, wie man aktiv, gesund und selbstbestimmt älter werden kann. Schirmherr ist der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der am Nachmittag in Mannheim erwartet wurde.