Kassen: Digitale Gesundheitsanwendungen zu teuer für ihren Nutzen

Kassen: Digitale Gesundheitsanwendungen zu teuer für ihren Nutzen

Berlin (epd). Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen bewertet den Nutzen von digitalen Gesundheitsanwendungen als noch gering. Im Verhältnis zum Nutzen seien zudem die Preise für viele Anwendungen zu hoch, heißt es im am Mittwoch in Berlin veröffentlichten vierten „Bericht des GKV-Spitzenverbands über die Inanspruchnahme und Entwicklung der Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA)“.

DiGA sind beispielsweise Apps für Smartphones und Tablets, die gesundheitsförderliches Verhalten unterstützen sollen, etwa bei Depressionen, Rückenschmerzen oder Diabetes. Nach den Worten der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Spitzenverbands, Stefanies Stoff-Ahnis, „schöpfen DiGA ihr ohne Zweifel vorhandenes Potenzial für eine bessere Versorgung bei Weitem nicht aus“.

Nur 18 Prozent der ins DiGA-Verzeichnis aufgenommenen Anwendungen konnten laut Bericht ihren Nutzen von Beginn an nachweisen, der Rest komme zunächst nur testweise in die Versorgung. Von diesen vorläufig aufgenommenen Anwendungen schaffe es nur etwa jede zweite, ihren versprochenen Nutzen zu erreichen.

Unabhängig vom Nutzen müssten die Kassen die Anwendungen im ersten Jahr bezahlen, kritisierte der GKV-Spitzenverband. Die Anbieter könnten die Preise dafür beliebig festlegen. Die gesetzlichen Kassen hätten dafür zwischen den Jahren 2020 bis 2024 insgesamt 234 Millionen Euro bezahlt, allein zwischen 2023 und 2024 seien die Kosten dafür um 71 Prozent gestiegen.

Der GKV-Spitzenverband forderte, dass nur Produkte bezahlt werden müssten, deren Nutzen nachgewiesen ist. Für sie müssten zwischen dem Spitzenverband und Herstellerverbänden verhandelte Preise gelten.