Rheinischer Präses: Streichen von Feiertagen ist falscher Weg

Rheinischer Präses: Streichen von Feiertagen ist falscher Weg

Düsseldorf (epd). Die beiden großen Kirchen wenden sich gegen die Streichung eines Feiertages, um die Wirtschaft in Deutschland anzukurbeln. „Es ist gut, in Zukunft zu investieren - finanziell wie kulturell. Feiertage dafür zu streichen, ist der falsche Weg“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Feiertage dienten der Erholung, der Gemeinschaft und der geistlichen Orientierung. Daran mangele es der Gesellschaft gerade massiv.

Matthias Kopp, Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, sagte der Zeitung, christliche Feiertage prägten die Kultur und Tradition des Landes und ermöglichten die gemeinschaftliche Religionsausübung. „Wir sehen daher nicht, dass die Folge der Schuldenaufnahme als erstes die Abschaffung eines christlichen Feiertages sein soll“, sagte er mit Verweis auf die jüngst beschlossenen Finanzpakete.

Unter anderem hatte sich Handwerkspräsident Jörg Dittrich für die Streichung eines Feiertages ausgesprochen. Man werde nicht darum herumkommen, „uns auf eine Liste der Grausamkeiten zu verständigen“. „Die neuen Realitäten erfordern einen fröhlichen Fleiß, um das Erworbene zu erhalten“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Auch der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp kann der aktuellen Debatte um die Streichung eines gesetzlichen Feiertages nichts abgewinnen. Die Diskussion sei lächerlich, sagte er am Sonntagabend in Augsburg. Menschen, die viel arbeiteten, müssten sich auch erholen und schöne Erlebnisse haben können. Außerdem seien die Feiertage, die mehrheitlich christlicher Natur sind, ein Kulturgut.