Nikolauspostämter und Rotwelsch-Dialekte auf Kulturerbe-Liste

Nikolauspostämter und Rotwelsch-Dialekte auf Kulturerbe-Liste

Bonn, Berlin (epd). In das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UN-Kultur-Organisation Unesco sind 18 weitere Traditionen aus Deutschland aufgenommen worden. Neben der Brettspielkultur und den Nikolauspostämtern gehören das Gold- und Silberschmiedehandwerk und Rotwelsch-Dialekte dazu, wie die Unesco am Mittwoch in Bonn erklärte. Die Kulturministerkonferenz der Länder und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hätten der Aufnahme der 18 Traditionen zugestimmt. Damit stehen nun insgesamt 168 Einträge in der deutschen Liste des immateriellen Kulturerbes.

Neu in die Liste aufgenommen wurden die analoge Fotografie, der Bau und das Spiel der Waldzither in Thüringen und im Harz, die deutsche Brettspiel-Kultur, das Goldschlägerhandwerk am Beispiel der bayerischen Stadt Schwabach, das Töpfer- und Keramikhandwerk, der sogenannte Chinesenfasching im pfälzischen Dietfurt und die Fastnacht an der Saar. Auch die verschiedenen Rotwelsch-Dialekte gehören nun zum Immateriellen Kulturerbe. Die Sprachformen basieren unter anderem auf einer Mischung aus Deutsch, Westjiddisch, Romani und weiteren Sprachen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) betonte, die Neuaufnahmen spiegelten „die kulturelle Vielfalt und regionale Besonderheiten“ wider. Der Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf, betonte, das immaterielle Kulturerbe präge Leben und Gesellschaft. „Es verbindet Generationen, schlägt Brücken zwischen ganz unterschiedlichen Menschen und stärkt das Miteinander.“ Wer Wissen und Können weitergebe, stifte Gemeinschaft.