Rom (epd). Papst Franziskus ist an diesem Donnerstag zwölf Jahre im Amt. Am 13. März 2013 wurde Jorge Mario Bergoglio zum Nachfolger von Papst Benedikt XVI. gewählt. Dieser war zum 28. Februar desselben Jahres als Oberhaupt der katholischen Kirche zurückgetreten. Das Jubiläum muss Papst Franziskus allerdings im Krankenhaus begehen. Seit dem 14. Februar ist der 88-jährige Pontifex im Gemelli-Krankenhaus in Rom, wo er wegen der schweren Folgen einer Atemwegserkrankung behandelt wird.
Zuletzt hatte sich der Gesundheitszustand des Papstes leicht verbessert. Seit Anfang dieser Woche heißt es, er schwebe nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Eine Entlassung aus dem Krankenhaus ist aber weiterhin noch nicht absehbar. Ob und wie Franziskus den Jahrestag seiner Wahl zum 266. Papst feiern wird, war aus dem Vatikan nicht zu erfahren. Aus Kreisen hieß es lediglich, persönliche Feiertage seien ihm kein besonderes Anliegen.
Franziskus ist der erste Papst vom südamerikanischen Kontinent - und der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri. Der gebürtige Argentinier gilt von Beginn seines Pontifikats an als Reformer und hat in seinen zwölf Jahren als Kirchenoberhaupt schon einiges bewegt. In seinen Lehrschriften stehen die Themen Umweltschutz, nachhaltige Wirtschaft, Migration und Familie im Fokus.
Schon mit der Wahl des Papstnamen „Franziskus“, nach dem Heiligen Franz von Assisi, stellte Bergoglio klar, dass es ihm in seinem Pontifikat vor allem um die benachteiligten Menschen geht. Als Meilensteine der bisherigen zwölf Jahre gelten die Zulassung zur Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene und die Möglichkeit zur Segnung homosexueller Paare. Bei der Weltsynode, die im vergangenen Herbst zu Ende gegangen ist, hatten erstmals auch Frauen ein Mitsprache- und Stimmrecht.
Die Nähe zu den Gläubigen ist dem Argentinier besonders wichtig. Franziskus gilt als „Papst zum Anfassen“, nimmt sich bei Terminen oft Zeit für persönliche Begegnungen, schüttelt Hände, lässt sich umarmen und ist vor allem für Kinder ein nahbarer Papst.
Mit seinen 88 Jahren ist Franziskus der zweitälteste amtierende Papst in der Kirchengeschichte. 47 Auslandsreisen hat er bereits absolviert, die mit insgesamt zwölf Reisetagen längste führte ihn im vergangenen Herbst nach Südostasien und Papua-Neuguinea.