Münster (epd). Der Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, Antonius Hamers (55), leitet nach dem Rücktritt des bisherigen Bischofs Felix Genn kommissarisch das Bistum Münster. Das Domkapitel am St.-Paulus-Dom habe Hamers am Montag zum Diözesanadministrator für das Bistum gewählt, teilte das Bistum mit. Hamers habe die Wahl angenommen und übernehme damit ab sofort übergangsweise bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs die Leitung. Der Theologe und Jurist bleibe zudem Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf.
Papst Franziskus hatte am Sonntag zum 75. Geburtstag des bisherigen Bischofs Felix Genn dessen altersbedingtes Rücktrittsgesuch angenommen. Genn stand 16 Jahre an der Spitze des Bistums. Das katholische Kirchenrecht sieht vor, dass ein Bischof, der das 75. Lebensjahr vollendet, dem Papst den Rücktritt anbietet.
Zu seinem Ständigen Vertreter ernannte der Diözesanadministrator Klaus Winterkamp (58). Zugleich bestätigte Hamers den bisherigen Offizial des Offizialatsbezirkes Oldenburg, Weihbischof Wilfried Theising. Der Offizialatsbezirk ist der niedersächsische Teil des Bistums.
Der 1969 in Lennestadt geborene Hamers ist promovierter Jurist und Theologe. Nachdem Hamers 2008 zum Priester geweiht wurde, war er zunächst Kaplan in Mettingen und später Polizeidekan für das Bistum Münster. Seit 2014 leitet er das Katholische Büro in Düsseldorf. Das Katholische Büro ist die Kontaktstelle der nordrhein-westfälischen Bistümer zur Landesregierung, zu Ministerien sowie zu den evangelischen Landeskirchen.
Für die Wahl eines neuen Bischofs können nun Räte und Gremien des Bistums mögliche Kandidaten nennen. Erstmals habe das Domkapitel den Diözesanrat, das oberste synodale Gremium der Diözese, gebeten, 16 Mitglieder zu benennen, die gemeinsam mit den 16 stimmberechtigten Mitgliedern des Domkapitels über den künftigen Bischof beraten werden. Damit solle die Beteiligung von Laien im Verfahren zur Bischofswahl gestärkt werden, hieß es.
Auf Grundlage dieser Beratungen werde das Domkapitel eine Liste zusammenstellen und über den Apostolischen Nuntius, dem Botschafter des Papstes in Deutschland, dem Vatikan übergeben. Von dort gehe dann eine Liste mit drei Namen zurück an das Domkapital, das aus dieser Liste in geheimer Wahl den Bischof von Münster wählt.