Neue Stolpersteine für Dresden

Neue Stolpersteine für Dresden
Kleine Mahnmale im Boden erinnern seit vielen Jahren europaweit an NS-Opfer. In Dresden sind jetzt sieben neue sogenannte Stolpersteine hinzugekommen.

Dresden (epd). Zur Erinnerung an in der NS-Zeit verfolgte jüdische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden sind am Dienstag sieben Stolpersteine verlegt worden. Sie wurden auf dem Museumsvorplatz in den Boden eingelassen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurde dabei erstmals in Dresden ein sogenannter Kopfstein verlegt.

Er verweise auf die Rolle des Museums als „Instrument der rassistischen Politik während der NS-Diktatur“, hieß es. Zudem erinnere er an Mitarbeitende und Vorstände, die 1933 entlassen und aus ihren Ämtern gedrängt wurden. Ein Stolperstein ist der Medizinerin Marta Fraenkel (1896-1976) gewidmet, die in verschiedenen Leitungsfunktionen am Hygiene-Museum tätig war.

Gedenkfeier am 7. Oktober

Drei weitere Bodenmahnmale sollen im Dresdner Stadtgebiet am 7. Oktober verlegt werden. Zudem ist für den Abend eine öffentliche Gedenkfeier im Deutschen Hygiene-Museum geplant. In Dresden erinnern bisher mehr als 400 Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus.

Europaweit wurden den Angaben zufolge inzwischen mehr als 130.000 solcher Steine verlegt. In der Regel werden die zehn mal zehn Zentimeter große Messingplatten vor dem letzten frei gewählten Wohnort, aber auch an Wirkungsstätten der Opfer verlegt. Initiiert wurde das Projekt Mitte der 90er Jahre von dem Künstler Gunter Demnig.

Vor kurzem hatte die sächsische Stadt Heidenau beschlossen, keine Stolpersteine mehr zu verlegen. Dies löste erneut eine Diskussion um die Bedeutung der Mahnmale aus.