Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach Attacke auf Synagoge

Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach Attacke auf Synagoge

Berlin (epd). Nach dem versuchten Brandanschlag auf eine Berliner Synagoge hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen an sich gezogen. Begründet wird das unter anderem mit dem „eskalierenden Charakter“ des Angriffs. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft verwies am Donnerstag auf die derzeitige politische Situation im Nahen Osten und die von Antisemitismus und zunehmenden Gewalttätigkeiten gegen Polizeikräfte geprägten pro-palästinensischen Kundgebungen der vergangenen Tage.

Ermittelt werde gegen noch unbekannte Personen wegen versuchter schwerer Brandstiftung, hieß es. Zwei Unbekannte hatten laut Polizei in der Nacht zum Mittwoch zwei Molotow-Cocktails in Richtung des von Objektschützern bewachten Gemeindezentrums der jüdischen Gemeinschaft Kahal Adass Jisroel in der Brunnenstraße in Berlin-Mitte geworfen. Die Flaschen waren auf dem Gehweg zerbrochen. Dabei war das Feuer erloschen. Die Täter flüchteten, an dem Gebäude entstand kein Schaden. In dem Gebäudekomplex befinden sich neben einer Synagoge unter anderem auch eine Schule und eine Kindertagesstätte.

Der Vorfall hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einer „abscheulichen Tat“. Die Täter müssten schnell ermittelt und mit aller Härte zur Verantwortung gezogen werden. Am Mittwochabend hatten sich vor der Synagoge rund 70 Menschen aus der Nachbarschaft zu einer Mahnwache versammelt.