Frankfurt a.M. (epd). Die Hilfsorganisation SOS Humanity hat 31 Geflüchtete im Mittelmeer gerettet. Die Menschen wurden in der Nacht auf Montag bei einem Einsatz in der maltesischen Such- und Rettungszone an Bord der „Humanity 1“ genommen, wie die Seenotretter mitteilten. Unter den Überlebenden seien mehrere Minderjährige.
Die Menschen befanden sich den Angaben zufolge in einem kleinen, überbesetzten Holzboot. Nachdem der Treibstoff ausgegangen war, sei das Boot manövrierunfähig auf offener See getrieben.
Die Schiffe privater Organisationen retten im Mittelmeer immer wieder Flüchtlinge und Migranten vor dem Ertrinken. Am Wochenende nahm die „Geo Barents“ von „Ärzte ohne Grenzen“ 63 Schutzsuchende an Bord. Die italienischen Behörden hätten der Crew daraufhin den Hafen von Genua zugewiesen, der bis zu sechs Tage entfernt liege, teilte die Hilfsorganisation im Internetdienst X, ehemals Twitter, mit.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei der Überquerung 2.440 Menschen ums Leben oder sie werden vermisst. Die Dunkelziffer liegt demnach vermutlich deutlich höher. Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es zurzeit nicht.
Nach einem Rettungseinsatz weisen die italienischen Behörden den privaten Seenotrettern häufig weit entfernte Häfen zu. „Ärzte ohne Grenzen“ kritisierte, dass die „Geo Barents“ in diesem Jahr 80 Tage mit „unnötig langen Reisen“ zu den ihnen zugewiesenen Häfen verbracht habe.